Gottliebin Dittus (1815-1872)

Gottliebin Dittus

Gottliebin Dittus


Bei Gottliebin Dittus, * 13.10.1815 in Möttlingen, + 1872, Tochter eines Möttlinger Bäckers, zeigten sich im Jahre 1842 alle Symptome einer Besessenheit. Sie wurde von ihrem Seelsorger  Johann Christoph Blumenhardt betreut und durch Gebete und Fasten geheilt.
 
In einem Bericht an seine Vorgesetzten beschrieb er ausführlich ihre Krankheitssymptome. Sie habe Eisen- und Glasstücke erbrochen, und fingerlange Gegenstände seien aus ihren Ohren getreten, vermerkt Blumenhardt. Aus ihren Augen seien Stecknadeln und aus ihrem Mund Heuschrecken gekommen. Ihr ganzer Körper sei mit Blut bedeckt gewesen. Während ihrer Anfälle gestand Dittus ihrem Seelsorger, dass sie zwei Kinder ermordet und in einem Acker verscharrt habe. Ausserdem hätte sie sich mit dem Satan verbunden und sei deshalb der Zauberei mächtig.
 
Obwohl Blumhardt's Exorzismen erfolgreich waren, sollen immer mehr Dämonen erschienen sein. Schliesslich hätte deren Zahl 14 betragen, die versuchten, auch in den Körper des Pfarrers einzudringen. Diese Besessenheit fand ein überraschendes Ende, weil der Satan nicht aus der Dittus, sondern aus ihrer Schwester Katharina ausgefahren sein soll, die niemals Anzeichen von Besessenheit gezeigt hatte. Doch plötzlich gebärdete sie sich wie eine Rasende, so Blumenhardt, und es hatte den Anschein, als ob der Dämon aus ihr schrie. Er habe sich zu erkennen gegeben und gesagt, er sei nicht der Geist eines Verstorbenen, sondern ein vornehmer Satansengel.
 
Die Austreibungsversuche waren letztlich erfolgreich. In einer Nacht schrie Katharina so laut, dass das ganze Dorf erschreckte; danach zeigten die beiden Schwestern keine Symptome von Besessenheit mehr.
 
Nach ihrer Heilung heiratete Dittus und bekam drei Kinder.
 
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