Blumhardt, Johann Christoph (1805-1880)

Johann Christoph Blumhardt

Johann Christoph Blumhardt


Johann Christoph Blumhardt, Theologe,
* 16.07.1805 in Stuttgart als Sohn eines Bäckers und Holzmessers, + 25.02.1880 in Bad Boll bei Göppingen.
Blumhardt bezog 1820 die Klosterschule in Schönthal an der Jagst und 1824 das Theologische Stift in Tübingen.

Er wurde 1829 Vikar in Dürrmenz-Mühlacker, 1830 Lehrer ans Missionshaus in Basel, 1837 Pfarrgehilfe in Iptingen bei Vaihingen und 1838 als Nachfolger Christian Gottlob Barths Pfarrer in Möttlingen bei Calw.

Hier mußte Blumhardt 1842/43 furchtbare Kämpfe mit dämonischen Mächten durchmachen, über die er 1844 auf Verlangen seiner kirchlichen Behörde in der »Krankheitsgeschichte der Gottliebin Dittus« ausführlich berichtete. Im Anschluß an die Heilung dieses jungen Mädchens und Jesu Sieg über die Macht der Finsternis erlebte Blumhardt in seiner Gemeinde eine gewaltige Buß- und Erweckungsbewegung und wunderbare Heilungen und sonstige Gebetserhörungen.

Er fand in seinem Wirken und mit dem, was in Möttlingen geschah, weder bei den staatlichen noch bei den kirchlichen Behörden das rechte Verständnis. Das Ministerium verbot ihm im Januar 1844, »Heilungen in das Gebiet des Seelsorgers hinüberzuziehen, statt auf den Arzt zu weisen«. Das Oberkonsistorium verlangte von ihm, seine Tätigkeit auf Trost und Erbauung zu beschränken und sich von jedem Einfluß auf leibliche Genesung fernzuhalten.

Um sich den Kranken und Angefochtenen ganz und unbehindert als Seelsorger widmen zu können, entschloß sich B., sein Pfarramt aufzugeben. Er kaufte das im Jahr 1828 von der württembergischen Regierung in großem Stil wiederhergestellte Schwefelbad Boll, wohin er am 31.7. 1852 übersiedelte.

Hier wirkte Blumhardt als Pfarrer und Hausvater einer großen Gemeinde von Kranken und Leidenden aus allen Ständen und Völkern, auch durch ausgedehnten Briefwechsel, als Seelsorger der vielen Angefochtenen, die sich aus aller Welt an ihn um Hilfe und Heilung an Leib und Seele wandten. Blumhardt war »ein Mann der Hoffnung«, dem das Kommen des Reiches Gottes das eigentliche Ziel seiner Hoffnung war.

Schon in Möttlingen erkannte er, wie notwendig eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes sei. Darum wurde Blumhardt zeitlebens nicht müde, für die ganze Kirche und die Menschheit um eine Erneuerung zu beten; er hoffte auf eine wunderbare Gnadenzeit und schaute sehnsüchtig aus nach dem verheißenen Kommen des Herrn in Kraft und Herrlichkeit.

Blumhardts Losung war: »Jesus ist Sieger.«

Er lebte und wirkte in der Gewißheit: »Jesus ist der Siegesheld, der all seine Feind besieget. Jesus ist's, dem alle Welt bald zu seinen Füßen lieget. Jesus ist's, der kommt mit Pracht und zum Licht führt aus der Nacht.«

Auf dem Grabstein seines Sohnes Christoph stehen die Anfangsworte eines der wichtigsten Lieder seines Vaters: »Daß Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht, sein wird die ganze Welt.«
 
 
Blumhardt-Gedenkstätte: www.blumhardt-gesellschaft.de